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Ausdünnung Ausdünnung

Ausdünnung der JAZZ-Äpfel von Hand

Ausduennung


Eben erst haben wir uns an den wunderschönen Blütenknospen erfreut und schon biegen sich die Äste unter dem Gewicht der Früchte. Die Bäume sind mit grünen Äpfeln prall behangen; sie sind etwas größer als Golfbälle und das geht schneller, als man gucken kann!

Jetzt ist es an der Zeit die Äpfel auszudünnen, damit der Baum seine ganze Kraft in die verbleibenden Früchte stecken kann. Dabei werden die überflüssigen von Hand oder mit einer Rebschere entfernt.  Bei etlichen Sorten erübrigt sich diese Arbeit, da diese Sorten derzeit Äpfel verlieren wie wir Menschen Haare: Man nennt dies in der Fachsprache Junifruchtfall (auch Junifall).

Vorgang der natürlichen Ausdünnung eines Apfelbaumes (Junifruchtfall)

Nach der Bestäubung der Blüten, während des Wachstums der immer grösser werdenden Äpfel, steuern Hormone den Baum und  "sagen", welche der Früchte "wertvoller" sind. Diese Hormone werden in den Samen des Apfels hergestellt. Je mehr Samen im Apfel, desto mehr Hormone, desto bessere "Überlebenschancen" hat die Frucht. Auch hier gilt das Prinzip des Stärkeren. Wenn Sie das nächste Mal einen Apfel öffnen, schauen Sie doch einmal, wie viele Samen er hat. In den fünf Samenkammern werden im Optimalfall 2-3 Samen pro Kammer ausgebildet. Ein "starker" Apfel hat also bis zu 15 Samen. Es gibt auch Äpfel, die nur in ein oder zwei Samenkammern Samen ausbilden – wenn Sie mal darauf achten, so erkennen Sie sie daran, dass sie schief gewachsen sind.

Wie viele Samen im Apfel ausgebildet werden, hängt ausserdem von der Qualität der Pollen ab, mit denen die Blütenstände bestäubt wurden. Bei besonders guter Witterung gibt es besonders gute Pollen. Man kann also im Herbst an der Anzahl der Samen im Apfel erkennen, wie die Witterung zur Pollenzeit gewesen ist. Wie stark der Apfelbaum im Juni Früchte abwirft, hängt auch davon ab, wie viele er überhaupt trägt. Bei wenigen Früchten kann er es sich natürlich nicht leisten, welche abzuwerfen. Trägt er jedoch mehr als genug, so werden die schwachen "Kinder" abgeworfen.

Sie sehen, obwohl es primär nicht so scheint, tobt selbst auf einem idyllischen Apfelbaum wie überall in der Natur ein Kampf um Leben und Tod.

Bedeutung für unsere Apfelproduzenten

Für unsere Apfelproduzenten ist der Junifall kein Problem, da die Erntemenge dadurch in der Regel nicht beeinträchtigt wird. Im Gegenteil, der Baum trennt sich von zu viel entwickelten Fruchtanlagen. Zudem dient die Handausdünnung als Qualitätsverbesserung. Zu kleine, unterentwickelte und sämtliche deformierten Früchte werden entfernt.

Nur 4–5 % der Blüten ergeben Früchte. Ohne Junifall oder Ausdünnen würden die Bäume zu viele kleine Früchte bilden, die nicht vermarktungsfähig wären. Im Folgejahr könnte es dadurch sogar zu einer starken Verminderung der Blüte und daraus folgend der Fruchtmenge kommen. Diesen Prozess nennt man Alternanz.

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Kontakt Kontakt

Benno Amiet
Bereichsleiter Tafelobst

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